Thrombophlebitis Was ist das? Was kann man dagegen tun?

Bei der Thrombophlebitis kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung der oberen Venen. Doch woran lässt sich die Erkrankung erkennen und was hilft dagegen?

Thrombophlebitis Ursachen und Entstehung

 

In der medizinischen Fachsprache wird eine Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen als Thrombophlebitis bezeichnet. Diese Entzündung entsteht durch ein Blutgerinnsel in den Venen. Das Blut kann in der Folge nicht mehr richtig fließen und sucht sich teilweise andere Wege, um ans Ziel zu gelangen. Doch weshalb entsteht so ein Blutgerinnsel überhaupt? Die genauen Ursachen dafür sind bislang noch unklar.

Mediziner gehen jedoch davon aus, dass die jeweilige Venenwand entweder durch mechanischen oder chemischen Einfluss gereizt wird, wodurch schließlich ein Blutgerinnsel entsteht. Weiterhin ziehen Mediziner auch Bakterien als Ursache heran.

Die Auslöser können unter anderen folgende Punkte sein:

  • infizierte Venenkatheter (z. B. bei Blutabnahme)
  • venenreizende Infusionslösungen
  • infektiöse Hauterkrankungen
  • Freisetzung von Mediatoren aus anderen Blutgerinnseln im Körper
  • mechanische Auslöser wie beispielsweise ein Schlag auf den Arm
  • Verletzung im Bereich vom Varikosis

Faktoren, die das Risiko einer Thrombophlebitis erhöhen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko der Entstehung einer Thrombophlebitis erhöhen. Dazu zählen unter anderen:

  1. Bettlägerigkeit
  2. Bewegungsmangel
  3. Tabakkonsum
  4. hohes Alter
  5. Übergewicht
  6. Herzschwäche
  7. Einnahme von Medikamenten z. B. von der Pille zur Empfängnisverhütung
  8. Blutgerinnungsstörungen z. B. Bluterkrankheit
  9. chronische Schäden der Venenwände wie Varikosis

Die typischen Symptome von Thrombophlebitis

Eine Thrombophlebitis lässt sich in der Regel einfach erkennen. Meist tritt die Thrombophlebitis an den Beinen auf. Etwa 90 % der Fälle einer Thrombophlebitis Erkrankung befinden sich in dieser Körperregion z. B. an den Waden und den Oberschenkeln. Neben den Beinen stehen an zweiter Stelle die Arme. Hier entsteht diese Entzündung meist durch die Legung von Venenkathetern und das Einführen von Infusionen. Daher sind vor allem das Handgelenk, die Armbeuge oder der Handrücken betroffen. Die Symptome, die bei einer Thrombophlebitis auftreten, sind sehr charakteristisch für Entzündungsprozesse im Körper. In den meisten Fällen entzündet sich die Gefäßwand der Venen und das umliegende Bindegewebe.

Es kommt daraufhin zu Symptomen wie:

– zu Beginn der Thrombophlebitis: meist Spannung längs der Venen und Schweregefühl
– Rötung an der jeweiligen Stelle und auch im umliegenden Hautareal
– lokale Erwärmung
– geringe Schwellung der Venen
– leichte Verhärtung der Venen
– stechende, brennende Schmerzen bei Berühren der Stelle (Druckschmerz)
– nächtliche Krämpfe
– Pulsanstieg
– gegebenenfalls bläuliche Verfärbung der Haut

Sollten Sie solche Symptome an Ihrem Körper beobachten können, so suchen Sie am besten sofort einen Arzt auf, der die genaue Diagnose stellen kann und Ihnen Tipps zur Behandlung geben kann. Die Diagnose beim Arzt erfolgt durch die Anamnese (Erzählen der Krankheitsgeschichte und Beschwerden im Vorfeld) sowie durch die Befragung nach lokalen Beschwerden.

Thrombophlebitis: medikamentöse Behandlung und Tipps, um selbst Hand anzulegen

Bevor Sie also eine Thrombophlebitis von selbst Zuhause behandeln, ist es wichtig, sich vom Arzt abchecken und beraten zu lassen. Der Grund: Im schlimmsten Fall kann die Entzündung z. B. bei schlechten hygienischen Bedingungen, in die tiefer gelegenen Venen fortschreiten (die oberflächlich gelegenen Venen sind mit den tiefen Venen verbunden), was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann. Eine richtige Behandlung der Thrombophlebitis steht daher an vorderster Stelle.

Diese ist grundsätzlich abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung der Erkrankung. Von medizinischer Seite aus wird die Thrombophlebitis behandelt, in dem dem Patienten Kompressionsstrümpfe übergezogen bzw. Kompressionsverbände angelegt werden, die er nun für einige Wochen tragen muss. Die Kompressionsstrümpfe/-verbände unterstützen den Blutfluss in der Vene und damit kann die Entzündung schneller abheilen. Weiterhin werden bei starken Schmerzen entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente gegeben. Dafür herangezogen werden gern Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol.

Darüber hinaus helfen auch entzündungshemmende Salben wie Heparinsalben, um den Entzündungsprozess in der jeweiligen Vene zu hemmen, oder auch heilpraktische Anwendungen mit Blutegeln. Bei einer bakteriell bedingten Ursache kommen zusätzlich Antibiotika zum Einsatz. Nur in äußerst besorgniserregenden Fällen z. B. wenn die Gefahr besteht, dass die Thrombophlebitis in die tieferen Venen vordringt wird zu einer Operation geraten. Generell ist diese nur möglich, wenn die Thrombophlebitis nicht älter als 7 Tage ist.

Beim Eingriff werden die Blutgerinnsel (Thrombus genannt) entfernt oder auch die entzündeten Venen. Nach ein bis zwei Wochen ist die Thrombophlebitis zwar meist abgeklungen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen, ist es jedoch ratsam, auch selbst Hand anzulegen.

Hier ein paar Tipps, was Sie selbst bei einer Thrombophlebitis tun können, um die Heilung zu beschleunigen:

  • nachts die Gliedmaßen hochlagern (damit erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes)
  • nicht lange stehen oder sitzen (auf keinen Fall Bettruhe wahren)
  • viel bewegen
  • wenn Thrombophlebitis an den Beinen: Beine ausstreichen und Wassertreten
  • zur Kühlung (lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen): Kühlakku über die betroffenen Stellen legen
  • weiterhin zur Kühlung: Anwendung von Umschlägen mit Quark, Kamille, Arnika, Echinacea oder Alkohol
  • Echinacea oral einnehmen
  • Ernährung: tierisches Eiweiß und Zucker meiden, stattdessen zu Vollwertkost und Gemüse greifen

Thrombophlebitis und wie die Entstehung verhindert werden kann

Die Thrombophlebitis tritt vor allem unter Senioren sehr häufig auf, da diese oft Varikosis haben, wodurch die Wahrscheinlichkeit der Entstehung der Entzündungsreaktion erhöht wird. Um die Thrombophlebitis vorzubeugen, ist es daher empfehlenswert, generell Varikosis vorzubeugen und etwas dafür zu tun, dass der Blutkreislauf angeregt ist, wodurch sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Zur Vorbeugung sollten Sie sich viel bewegen. Sport wie Wandern, Joggen und Schwimmen sind beispielsweise ideal dazu geeignet, die Durchblutung des Körpers und damit der Arterien anzuregen. Vor allem die Beine werden dadurch besser durchblutet und mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung der Thrombophlebitis sinkt. Des Weiteren ist es wichtig, immer viel zu trinken (vorzugsweise Wasser), damit das Blut nicht verdickt und gut fließen kann. Auch regelmäßiges Wassertreten und Wechselduschen beschleunigen den Blutfluss.

Thrombophlebitis kann den Alltag aufgrund der Schmerzen beim Bewegen massiv einschränken. Legen Sie also bereits im Vorfeld Wert auf einen aktiven und gesunden Lebensstil, denn nur so ist es möglich, Thrombophlebitis effektiv vorzubeugen.